Wenn man Phnom Penh heute besucht, fällt einem die Vorstellung schwer, was sich hier vor über 30 Jahren abgespielt hat. Die roten Khmer übernahmen nach 5 Jahren Bürgerkrieg 1975 die Macht und wurden in der Hauptstadt als Befreier gefeiert. Die Euphorie hielt jedoch nur kurz an, da die roten Khmer eine Agrargesellschaft erschaffen wollten, zu diesem Zwecke die Städte brutal räumten und die Bevölkerung aufs Land zwangsumsiedelten. (Lesetipp: "Der weite Weg der Hoffnung", Orginal: "First they killed my father" von Luong Ung).
In Phnom Penh wurde ein Gefängnis (Tuol Sleng oder S-21) zur "Befragung" politischer Gegner eingerichtet. Das, in einem früheren Schulgebäude angesiedelte, S-21 (Security Office 21) wurde zum Symbol der menschenverachtenden Herrschaft der "Khmers rouges". 20.000 Männer, Frauen und selbst jüngste Kinder wurden hier zwischen 1975 und 1979 gefoltert und gequält.
Eine Kunstausstellung in dem heute zum Museum umfunktionierten S-21, versucht, die Gefühle der damals inhaftierten einzufangen. Vorallem Kinder wurden hier porträtiert.
Die Parallelen zu der Nazi-Herrschaft haben uns schockiert. Die grausame Systematik und die unvorstellbare Grausamkeit mit der die Menschen gequält wurden lässt einen mit einer inneren Ohnmacht zurück.
Doch wie weiter oben bereits erwähnt, deutet heute nur mehr wenig auf die rote Herrschaftszeit hin. Zwar wurden viele Tempel von den Kommunisten zerstört, doch wurden diese nach 1979 rasch wieder aufgebaut und erstrahlen heute in frischem Glanz.
Was besonders auffällt ist die Abwesenheit alter Menschen. Dies liegt natürlich auch an der geringeren Lebenserwartung in Kambodscha, die blutige Herrschaft der roten Khmer hat jedoch ihren Teil dazu beigetragen.
Phnom Penh war nur eine kurze Station, dafür eine intensive. Die Schönheit der Stadt steht in krassem Gegensatz zu der Geschichte, die zwar nicht zu sehen, sehr wohl aber zu fühlen ist, vorallem wenn man das Gespräch mit den Einheimischen sucht.
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